Hauptinhalt

Energieeffizienz

Energie effizienter nutzen und bewusster einsetzen

Energieeffizienz-Bewertungstabelle und Inneneinrichtung.
© iStock | Creativebird

Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien liegt der Schlüssel für die Energiewende in einer effizienteren Nutzung von Energie. Denn Energie, die gar nicht erst verbraucht wird, muss weder erzeugt, noch transportiert oder bezahlt werden.

Energieeffizienz bedeutet, mit möglichst wenig Energie den gleichen Nutzen zu erreichen – oder sogar mehr. Ein einfaches Beispiel: Eine moderne LED-Lampe liefert die gleiche Helligkeit wie eine alte Glühbirne, verbraucht dabei aber deutlich weniger Strom.

Energie effizient zu nutzen lohnt sich für alle:

  • im eigenen Haushalt,
  • in Unternehmen,
  • in Kommunen und Verwaltungen.

Oft sind es konkrete Maßnahmen, die einen Unterschied machen, etwa bessere Dämmung, moderne Geräte mit hoher Effizienzklasse oder energiesparende Technologien in der Produktion. Auch optimierte Abläufe und Prozesse können helfen, Energie gezielter einzusetzen.

Das Ergebnis: weniger Energieverbrauch und spürbar geringere Kosten. Gerade angesichts steigender Energiepreise gewinnt das Thema zusätzlich an Bedeutung.

Energieeffizienz ist kein neues Thema – schon seit den Ölkrisen der 1970er-Jahren spielt sie eine wichtige Rolle für Versorgungssicherheit und stabile Preise. Heute kommen weitere Ziele hinzu: Klimaschutz, eine sichere Energieversorgung und bezahlbare Energie für alle.
Ein effizienter Umgang mit Energie stärkt damit nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Wirtschaft. und Umwelt. 

Energie sparen im Alltag 

Neben effizienter Technik spielt auch unser Verhalten eine wichtige Rolle. Dieser Ansatz wird als Energie-Suffizienz bezeichnet. Gemeint ist: Energie bewusster nutzen und unnötigen Verbrauch vermeiden. Schon kleine Veränderungen im Alltag können viel bewirken. Zum Beispiel:

  • kurze Strecken mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen statt mit dem Auto,
  • ungenutzte Räume nicht beheizen,
  • beim Duschen Wasser sparen, etwa durch niedrigere Temperaturen oder kürzere Duschzeiten.

Solche einfachen Maßnahmen helfen, Energieverbrauch und Kosten zu senken – ganz ohne großen Aufwand.

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Angebote zur Beratung und Unterstützung – für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und die öffentliche Hand.

Information und Beratung

Informations- und Beratungsangebote helfen, Energie effizienter einzusetzen. Im Auftrag des Freistaates Sachsen bietet die Sächsische Energieagentur GmbH (SAENA) eine herstellerunabhängige, kompetente Erstberatung zu allen Fragen rund um das Thema Energieeffizienz an.

Bei den Informations- und Beratungsangeboten hält die SAENA passgenaue und auf den Bedarf abgestimmte Angebote für Privatpersonen, Unternehmen, Kommunen, Bildungseinrichtungen und Organisationen vor. Die Agentur trägt damit den vielfältigen Bedürfnissen der unterschiedlichen Zielgruppen Rechnung.

Fragen und Antworten

Eine höhere Energieeffizienz leistet einen wichtigen Beitrag zu Versorgungssicherheit, Kostenstabilität und Klimaschutz. Die EU Energieeffizienzrichtlinie (EED) und das deutsche Energieeffizienzgesetz (EnEfG) verpflichten die öffentliche Hand, Energieeffizienz konsequent mitzudenken. Mit dem Grundsatz »Energy Efficiency First« müssen bei allen Planungen und Investitionen effiziente Lösungen vorrangig berücksichtigt werden. Öffentliche Einrichtungen müssen ihren Energieverbrauch senken, Gebäude energetisch sanieren und Energiedaten melden.

Europäische Energieeffizienzrichtlinie (EED)

Mit der europäischen Energieeffizienzrichtlinie adressiert die Europäische Union seit 2006 systematisch diese Herausforderungen. Darin sind u. a. EU-Energieeffizienzziele für 2030 festgelegt und der Grundsatz »Energie an erster Stelle (Energy Efficiency First)« verbindlich verankert (EED 2023/1791, Artikel 3). Dieser Grundsatz besagt, dass bei allen relevanten Planungen, politischen Entscheidungen und größeren Investitionen energieeffiziente Lösungen vorrangig geprüft und berücksichtigt werden müssen. Energieeffizienz ist verbindlich als grundlegendes Entscheidungsprinzip festgeschrieben.

Energieeffizienzgesetz (EnEfG)

Deutschland hat seit 2010 zahlreiche Maßnahmen verabschiedet, um die EU-Ziele zu erreichen. 2023 ist das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) in Kraft getreten. Damit soll die EED auf nationaler Ebene durch Vorgaben für Bund, Länder und öffentliche Stellen in Deutschland umgesetzt werden. Das EnEfG hat das Ziel, die Energieeffizienz zu steigern und dadurch zur Reduzierung des Primär- und des Endenergieverbrauchs sowie des Imports und Verbrauchs von fossilen Energien, zur Verbesserung der Versorgungssicherheit und zur Eindämmung des weltweiten Klimawandels beizutragen. Für 2026 ist eine Novelle des EnEfG angekündigt. Eine aktualisierte Darstellung erfolgt hier nach Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens. 

Übergreifende Ziele von EED und EnEfG

  • Energieversorgung, -übertragung, -speicherung und -nutzung effizienter zu gestalten,
  • Importabhängigkeiten von fossilen Energieträgern zu reduzieren,
  • Versorgungssicherheit und Kostenstabilität zu stärken,
  • den Klimawandel zu begrenzen und
  • besonders schutzbedürftige Verbrauchergruppen zu berücksichtigen

Adressaten von EED und EnEfG

  • Öffentliche Hand (Kommunen / öffentliche Stellen)
  • Unternehmen
  • Rechenzentren 
  • Abwärmeproduzenten

Die Energieverbrauchskennzeichnung – auch Energielabel oder Energieetikett genannt – hilft dabei, beim Kauf energieeffiziente von weniger effizienten Produkten zu unterscheiden.

Nach Vorgaben der Europäischen Union (EU) müssen bei neuen Produkten Informationen zum Energieverbrauch, zu weiteren relevanten Ressourcen sowie zu den CO₂-Emissionen angegeben werden. Diese Angaben finden sich direkt am Gerät sowie in der Werbung oder in den Produktinformationen. Grundlage dafür ist das Energieverbrauchskennzeichnungsgesetz (EnVKG). Die Produkte werden dabei auf einer Skala von A bis G ausgezeichnet. Kennzeichnungspflichtig sind Lichtquellen, Heizgeräte, Festbrennstoffkessel, Warmwasserbereiter, Kühlgeräte, Geschirrspüler, Waschmaschinen, Wäschetrockner, Backöfen, Lüftungsgeräte wie Klimaanlagen, elektronische Displays – u. a. Fernsehgeräte oder Smartphones – Personenkraftwagen und Reifen.

Die Fachaufsicht der Marktüberwachung hat im Freistaat Sachsen das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA). Die praktische Umsetzung übernehmen die Landkreise und kreisfreien Städte.

Energieeffizienz ist nicht nur energie- und klimapolitisch sinnvoll, sondern kann Unternehmen entscheidende Wettbewerbsvorteile bringen. Mit gezielten Maßnahmen für weniger Energieverbrauch und eine effizientere Nutzung von Energie lassen sich Kosten reduzieren und positive wirtschaftliche Effekte in Unternehmen erzielen.

Oft führen schon kleine Maßnahmen zu großen Einsparungen. In Unternehmen können schon einzelne Mitarbeitende den Energieverbrauch senken. Bereits mit kleinen »Anstupsern« (Nudges) wie das Anzeigen von aktuellen Energieverbräuchen oder Erinnerungen, das Licht auszuschalten, lässt sich die Energie- und Nachhaltigkeitsbilanz im Unternehmen verbessern. Unternehmen werden durch das SAENA-Programm »Green Nudging« dabei unterstützt (Green Nudging | SAENA).

Mit der Einführung von Energiemanagementsystemen können systematisch Energieverbräuche erfasst und Effizienzpotentiale identifiziert werden. Auf dieser Grundlage können sich gezielte Investitionen wie in energieeffiziente Abläufe und Technik in Produktionsprozessen bereits nach wenigen Jahren amortisieren. Mit der gewerblichen Energieberatung und dem Energieeffizienznetzwerk werden Unternehmen gezielt informiert und beraten.

Der öffentliche Sektor nimmt eine Vorbildrolle bei der Umsetzung ein. Bund, Länder und Kommunen müssen ihre Energiedaten erfassen, Energieverbrauch systematisch senken, Gebäude modernisieren und Energieeffizienz künftig bei allen Entscheidungen mitdenken.

Gerade angesichts knapper öffentlicher Haushalte sind Maßnahmen für mehr Energieeffizienz sinnvoll, weil sie kurz-, mittel- und langfristig finanzielle Einsparungen ermöglichen.

Folgende Maßnahmen können Kommunen umsetzen:

  • Energieverbrauchsdaten erheben
  • Gebäudebestand erfassen
  • Energiemanagement aufbauen
  • Wärmeplanungspflichten prüfen (abhängig von Größe)

Auch und gerade für Kommunen, die nur begrenzt Ressourcen für diese Maßnahmen bereit-stellen können, ist eine gezielte Beratung durch die SAENA sinnvoll.

Weitere Fragen?

E-Mail: energieeffizienz@smwa.sachsen.de

zurück zum Seitenanfang